Schmerzstück

"Ein Körper birgt so viel mehr als das Sichtbare"
Doireann Ní Ghríofa

«Der Schmerz dezentriert das Sein. Er drängt die gesamte Person zum Rückzug. (...) Er verletzt die Integrität unserer Ganzheit. Im Schmerz geraten die Fundamente des Individuums ins Wanken. Er ist eine Falschmeldung, eine Verdrehung, eine Provokation.» Isabelle Azoulay, Schmerz: Die Entzauberung eines Mythos


Schmerz ist von aussen oft unsichtbar und entzieht sich einer sprachlichen Beschreibung. In Schmerzstück erforschen Cosima Grand und ihr künstlerisches Team die emotionalen, körperlichen und zeitlichen Dimensionen von Schmerz. Mittels Körper, Stimme und Sound machen Cosima Grand und Soundkünstler*in Demi An Jakob die Intensität und Emotionalität von Schmerz sicht- und spürbar. Räumlich-choreografisch und akustisch verhandelt werden auch die Zeitlichkeit von Schmerz: die zyklische Wiederkehr von chronischen Schmerzen sowie die plötzlichen Unterbrechungen durch einzelne Schmerzerfahrungen. Das Stück enthält expressive Bewegungen, symbolisch aufgeladene Gesten und intime Momente.

In Schmerzstück nimmt Cosima Grand uns mit auf eine Reise durch ihre eigene Schmerzbiografie und gibt individuellen Schmerzerfahrungen in einem kollektiven Raum Ausdruck. Schmerz, der oft unsichtbar gemacht wird, wird so mit anderen geteilt - eine versöhnliche, ermächtigende und verbindende Geste.

«We do not know why some pain resolves and other pain becomes chronic. One theory is that the body begins to react to its own reaction, trapping itself in a cycle of its own pain response. This can go on indefinitely, twisting like the figure eight of infinity.» Eula Biss, The pain scale 

«But even when the experience of pain is described as private, that privacy is linked to the experience of being with others (…). To turn this around, it is because no one can know what it feels like to have my pain that I want others to acknowledge how I feel. The solitariness of pain is intimately tied up with its implication in relationship to others.» Sarah Ahmed, The contingency of pain 
Credits

Konzept, Choreografie, Performance Cosima Grand
Sound & Licht Demi An Jakob
Dramaturgie Mona De Weerdt
Kostüme Anne-Sophie Raemy
Szenografie Nagi Gianni
Choreografische Assistenz Alice Gratet
Outside Eye Natascha Moschini, Stephan Stock
Produktionsleitung Antje Czudaj
Administration Karin Erdmann

Unterstützt durch Stadt Zürich Kultur, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Kanton Wallis, Ernst Göhner Stiftung

Daten
05.06.2025

Showing @ Südpol Luzern

09.12.2025

Tanzhaus Zürich (Premiere)

11.12.2025

Tanzhaus Zürich

12.12.2025

Tanzhaus Zürich

13.12.2025

Tanzhaus Zürich

14.12.2025

Tanzhaus Zürich

10.07.2025

FLINTA*-Klagechor I 19 - 21 Uhr @ Tanzhaus

09.08.2025

FLINTA*-Klagechor

07.09.2025

FLINTA*-Klagechor

07.10.2025

FLINTA*-Klagechor

05.11.2025

FLINTA*-Klagechor

12.10.2025

Schmerzworkshop @ Tanzhaus Zürich

08.11.2025

Schmerzworkshop @ Tanzhaus

20.01.2014

Théâtre du Crochetan Monthey

15.01.2026

Théâtre du Crochetan Monthey

16.01.2026

Théâtre du Crochetan Monthey

Infos

Im Rahmen des Projekts gab es einen von Sybille Aeberli geleiteten FLINTA*-Klagechor. Die Chor-Teilnehmer:innen trafen sich zwischen Juli und November 2025 an fünf Vollmondabenden zum gemeinsamen Singen und Klagen. Der Chor war auch Teil des Stücks.

Zudem leiteten Cosima Grand und Mona De Weerdt zwei Schmerzworkshops, worin sie die Thematik Schmerz(biografien) körperlich und stimmlich mit den Teilnehmer:innen erforschten.

SRF-Kultur Beitrag zum Stück:
https://www.srf.ch/audio/kultur-kompakt/schmerzstueck-am-tanzhaus-zuerich?id=AUDI20251211_NR_0078 von Maya Künzler

PS Zeitung Kultur
Schraubstock. Cosima Grand steckt in ihrem schmerzenden Körper fest und sucht nach Befreiung. von Thierry Frochaux

© Anne-Sophie Raemy / Mona De Weerdt
Flurin Bertschinger
© Nelly Rodriguez
© Flurin Bertschinger