Happily Ever After (2024/25)
Benjamin denkt, er sei glücklich, bis ihn eine App vom Gegenteil überzeugt. Sie stellt ihm ein animiertes Schwein als emotionalen Assistenten zur Seite. Das Ziel ist, Benjamin auf Positivität umzupolen und einen glücklicheren Menschen aus ihm zu machen. Dafür muss er sich selbst überwinden und sein Innerstes umpflügen. Es beginnt eine Reise durch innere Glückslandschaften, Wetterlagen und widerspenstige Selbstbilder.
Während Biosphären erodieren, propagieren Glücksratgeber, innere Landschaften zum Aufblühen zu bringen. Die Rhetoriken und Sprachbilder von inneren «Treatments» erinnern nicht selten an die Visionen von Geo- und Weather-Engineering; die Natur – ob Innen oder Aussen – soll zu einem Automaten gemacht werden. Wenn die Aussenwelt spinnt und aus den Fugen gerät, dann müssen wir eben unser Inneres kultivieren. Lässt sich über die totale Introspektion der finale Zufluchtsort freischalten, der noch unberührt scheint von Umweltzerstörung, Extremklima und Ressourcen-Ausbeutung?
Hintergrund
Happily Ever After begann 2020 als Rechercheprojekt zum Thema Glück. In einem Selbstversuch installierte Benjamin Burger die Coaching-App Happify. In rudimentären Chats, Mini-Games und Abfragen versuchte diese, seine Psyche zu vermessen und seinen Glücksquotienten zu optimieren. Heute sind diese “Beratungs”-Systeme durch den Einsatz von KIs und Chatbots viel potenter. Sie suggerieren ein Gegenüber, das sich jedoch nur auf sich selbst beziehen kann, als ob es ein übertriebenes Spiegelbild wäre. Dieses Paradox wird in Happily Ever After produktiv gemacht. Dafür hat Extraleben gemeinsam mit der Medienkünstlerin Stella Speziali einen Avatar als hyperrealistische Kopie von Benjamin Burger erstellt. Dieser wird zum Leben erweckt und begibt sich in der Kappelle der Helferei mit dem realen Ben in eine Selbstvermessung.
Credits
Künstlerische Co-Leitung Benjamin Burger & Mona De Weerdt
Regie, Text und Performance Benjamin Burger
Bühne Thomas Giger
Recherche & Dramaturgie Mona De Weerdt, Daniela Guse, Andreas Storm Sounddesign Ernesto Coba-Antequera
Avatar-Entwicklung Stella Speziali
Produktionsleitung Daniela Guse
Happily Ever After ist eine Produktion von Extraleben in Koproduktion mit dem Kulturhaus Helferei und dem Theater am Gleis Winterthur.
Gefördert durch Stadt Zürich Kultur, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Stadt Winterthur, Elisabeth Weber Stiftung, Migros Kulturprozent, GGKZ - Gemeinnützige Gesellschaft Kanton Zürich
Daten
Showing I Kulturhaus Helferei Zürich
Showing I Kulturhaus Helferei Zürich
Kulturhaus Helferei Zürich
Kulturhaus Helferei Zürich
Theater am Gleis Winterthur
Theater am Gleis Winterthur
Infos
Rezension zu Happily Ever After in der PS. Zeitung
Systemfehler. Geschichten erzählen ist nach wie vor die Hohekunst der Kulturtechniken von Thierry Frochaux